Vom schnellen Tod auf der Rennbahn

Kara Schott

SENIOR EDITOR

lebt in Hamburg und unterstützt mit aller Leidenschaft den Tierschutz in Deutschland und Irland. Neben ihrem Beruf steckt sie alle Kraft und Zeit in die Organisation von Futterspenden, sucht nach finanziellen Unterstützern und versucht so viele Menschen wie möglich über die Situation von Not leidenden Tieren in Irland zu informieren.

Es ist der hochgewachsene, anmutige Körperbau, der den Greyhound Hunden etwas sehr elegantes verleiht. Seit dem 11. Jahrhundert war der Besitz der schnellsten Hunderasse der Welt dem Adel vorbehalten. Mit den Greys konnten sie Ihrer Freude an Hunderennen und Sportwetten gleichzeitig bedienen. Diese Tradition wird auch heute noch weiter geführt, nicht nur in England, dem Mutterland der Pferde-und Hunderennen, sondern insbesondere auch in Irland. Irland hat sich, was kaum jemand weiß, auf Rennen mit Greyhound Hunden spezialisiert. Und nicht nur darauf: auch die Zucht der Greyhound Hunde ist darauf abgestimmt Hunde hervorzubringen, die für Ihre Besitzer Profit auf der Rennbahn bringen. Und die Einsätze sind nicht gering. Allein in Irland sind 17 Hunde-Rennbahnen, auf denen Greyhounds und Irische Wolfshunde durch Ihre Schnelligkeit Besitzern und Zuschauern Freude und Wettgewinne bringen, in Betrieb. Die Zucht der Greyhound, der Rasse mit dem "größten Herz" und Laufleistungen von Spitzengeschwindigkeiten bis zu 70 km/h ist also lukrativ. Das hat sich auch außerhalb Irlands herum gesprochen: der Export blüht. Die Tiere werden nach Großbritannien, USA, Kanada und neuerdings auch nach China verkauft. Casinoseiten weltweit promoten Hunderennen, somit ist es nicht verwunderlich, das Macau, bekannt für eines der größten Casinos weltweit, auch Gefallen an Hunderennen gefunden hat und eine eigene Hunderennbahn betreibt. Kommerzielle Hunderennen sind ein Billionen-Geschäft. Den Tieren geht es dabei leider gar nicht gut.

Was passiert aber mit den Hunden, die den Zuchtansprüchen nicht genügen und schon nach der Geburt ausrangiert werden? Oder mit den Windhunden, die nach ihrem Einsatz auf der Rennbahn in Rente gehen? Wenn sie Glück haben, landen sie in einer Pflegestelle oder einem Verein, der versucht die Adoption der meist Rüden zu vermitteln. Häufig landen die völlig gesunden Tiere aber der Einfachheit halber in Tötungsstationen. Und hier kommt Kristianes Auffangstation für Tiere in Not ins Spiel: wir arbeiten in Irland mit verschiedenen Tierheimen und Tierschutzorganisationen zusammen. Vor allem auf Jungtiere und kranke Tiere haben wir uns spezialisiert, da wir hier auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen können. Wir pflegen unsere Schützlinge in liebevoller Fürsorge wieder gesund und suchen dann nach einem passenden Besitzer für ihn. Dabei lernen die Tiere gleich von Anfang an, wie man sich in einem Haus verhält, da wir sie nicht in einen Zwinger halten.

Dieser Greyhound-Welpe schenkt seinen neuen Besitzern, an den wir ihn vermitteln konnten, Freude und vor allem das Gefühl, hier nicht einfach respektlos mit dem Leben eines speziell für den Rennspaß des Menschen gezüchteten Hundes umgegangen zu sein. Greyhounds sind in ihrem Wesen sehr einfach: schenkt man ihnen in ihrem neuen Zuhause Liebe und Geborgenheit, geben sie es dir um ein vielfaches zurück.

Der Greyhound ist in Europa vielleicht nicht so bekannt wie der Irische Wolfshund, jedoch zählt er zu der Hunderasse der Windhunde, denen so einige Eigenschaften nachgesagt werden: Sie sollen kaum erziehbar sein und einen starken Jagdtrieb haben. Außerdem sollen sie viel Auslauf benötigen und wegen des Maulkorbs, den sie ausschließlich bei Rennen tragen, sicherlich auch aggressiv sein. Das Wesen der Greyhounds, ist wie bei Irischen Wolfshunden, jedoch sehr sanftmütig und anhänglich. Die Haltung eines Greyhound ist sicherlich in Anbetracht seiner Größe nicht in jedem Zuhause zu empfehlen, aber die Erziehung zu einem Mitglied der Familie ist leicht. Sie werden oft verkannt, denn eigentlich sind es die sanften Riesen. Aufgrund ihres lieben Charakters sind sie sehr gut als Familienhunde geeignet. Mit einem Greyhound können Sie große Spaziergänge und sogar Wanderungen machen. Mindestens jedoch ein bis zwei Stunden am Tag möchte er sich bewegen. In der Zwischenzeit relaxt er auf seinem Lieblingsplätzchen und verhält sich ruhig und zurückhaltend. Der Jagdtrieb ist bei jedem Hund unterschiedlich ausgeprägt, so dass man auch bei Greyhounds Hunde mit weniger Jagdtrieb finden kann und umgekehrt. Dafür läuft der Hund sehr brav an der Leine und verhält sich auch Fremden gegenüber unproblematisch.

"Wir geben uns große Mühe für die Hunde ein geeignetes neues Zuhause zu finden. Unsere Greyhounds werden nicht einfach wie Spanische Hunde aus den Tierheimen zum neuen Besitzer verfrachtet, sondern wir kümmern uns erst einmal um die Gesundheit und den Seelenzustand des Hundes. Wenn wir ihn dann kennengelernt haben, suchen wir nach der passenden Familie für ihn."

Kristiane

Kristiane legt großen Wert darauf, dass die Tiere auf ihrer Farm nicht in isolierten Boxen untergebracht sind, sondern gemeinsam im gemischten Hunderudel leben. So ein Familienverbund setzt sich aus Hunden, Katzen, Pferden und Eseln zusammen. Dabei erfahren ihre Neuzugänge ein Leben mit viel Liebe und Zuwendung durch den Menschen. Sie lernen alltägliche Haushaltsgeräusche kennen und gewöhnen sich an die Autofahrten zur Tierklinik. Angst vor einem Transportkorb kennen unsere Tiere nicht, es steht immer einer offen zur Verfügung, der gerne als Schlafplatz genutzt wird.

Wegen der liebevollen Fürsorge auf der Farm und der sorgfältigen Auswahl der aufnehmenden Familien erfreut werden die Tiere alle mit großem Erfolg vermittelt. Lesen Sie dazu auch unsere Geschichte von Tullja!

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